Der
Name "Fliese" ist altgermanisch und heißt Steinplatte bzw. Splitter. Heute im
Zeichen der modernen Bautechnik der Wandlung zum sachlichen Stil und des Einsatzes
in Groß- und Hochbauten in industriellen und gewerblichen Anlagen sowie im allgemeinen
Wohnungsbau mit gehobeneren Ansprüchen sind keramische Fliesen zum integrierten
Bestandteil des Baugeschehens geworden.
Seit den Anfängen der keramischen
Werkstoffe hat sich nur eines nicht geändert, der Werkstoff Ton. Er ist
und bleibt die Grundlage für alle Wand- und Bodenkeramiken. Die Aufarbeitung des
Tons ist ein aufwändiger und komplizierter Prozess. Neben Ton gehören noch
andere mineralische Rohstoffe zur Rezeptur einer Keramik. Die wichtigsten
Zuschlagstoffe sind Quarz, Kaolin und Feldspat. Je nach Anwendungszweck werden
unter anderem auch Kalzit, Dolomite, Flussspat oder Schamotte beigemischt. Die
Kunst bei der Aufbereitung ist es, unter anderem die Verhinderung der Entmischung
vor der Formgebung und das Schrumpfverhalten beim Brand kontrollieren zu können.
Auch Wasser wird für die Aufbereitung benötigt. Die Unterschiede zwischen der
industriellen Herstellung von Keramik und einer handwerklichen Produktion
sind zum Teil beträchtlich. In der modernen Keramikherstellung wird aus
einer plastischen Keramikmasse durch Extrusion ein endloses Band hergestellt und
anschließend in Fliesengröße zerteilt. Im Trockenpressverfahren wird speziell
aufbereitetes Keramikpulver mit hohem Druck in Formen gepresst und danach gebrannt.
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